Wie man einen Liebesbrief schreibt, der auch wirklich ankommt

Wie schreibt man einen erfolgreichen Liebesbrief?

Was macht einen gelungenen Liebesbrief eigentlich aus? Um es kurz zu sagen: Dass er sein Ziel erreicht – und das in jeder Hinsicht.

Zuerst einmal heisst das: Dass er überhaupt gelesen wird. Wolf Schneider schreibt in „Deutsch für junge Profis“: „Ganz gelesen werden zuverlässig nur Schulaufsätze, Diplomarbeiten und Erpresserbriefe; schon Liebesbriefe nicht immer.“

Was können wir also tun, damit unser Liebesbrief nicht nur gelesen wird, sondern beim Empfänger auch noch gut ankommt – und möglichst genauso, wie wir es beabsichtigen?

Dazu gibt Wolf Schneider in „Deutsch für junge Profis“ leider keine Tipps.

Doch das Buch „Herzens-Sache“ aus dem TOPP-Verlag hilft weiter: Hier gibt es  „kreative Ideen für Liebende“, darunter Bastelprojekte, Deko-Vorschläge, Anregungen für liebevolle Geschenke und eben auch eine Kurz-Anleitung zum Liebesbrief-Schreiben:

  • Als Regel Nr. 1 gilt: Ein Liebesbrief sollte unbedingt maßgeschneidert und sehr persönlich sein. Versteht sich eigentlich von selbst. Und das heißt auch: Bitte möglichst keine abgedroschenen Phrasen verwenden. „Ich kann gar nicht mehr aufhören an dich zu denken …“ oder „Ich träume nur noch von dir …“ sollte man besser nur dann schreiben, wenn es auch wirklich stimmt.
  • Das klingt zwar selbstverständlich, lohnt aber die Erwähnung: Ein Liebesbrief sollte gut überlegt sein. Sobald geschrieben, lassen sich die Worte nicht mehr zurücknehmen. Ein Liebesbrief sollte zwar echte Gefühle ausdrücken, aber Vorsicht ist dann geboten, wenn man im Gefühlsüberschwang leicht zu Übertreibungen neigt …
  • Es macht Sinn, sich für einen Moment in den Empfänger hineinzuversetzen. Wie sieht der andere eigentlich die Beziehung? Welche Wünsche und Bedürfnisse hat er? In „Herzens-Sache“ wird vorgeschlagen, für etwa fünf Minuten aus der Ich-Perspektive des Empfängers zu schreiben. Probieren Sie es mal aus – vielleicht belohnt es Sie mit ganz neuen Erkenntnissen! Und Ihr Partner wird sich darüber freuen, dass er von Ihnen wirklich verstanden wird.
  • Bevor Sie loslegen, überlegen Sie bitte einen Augenblick: Was wollen Sie eigentlich genau ausdrücken? Ihre Liebe? Gefühle, die dem anderen (bisher noch) unbekannt sind? Ihre Dankbarkeit? Ihre Wertschätzung für gemeinsam verbrachte Zeit? Ihre Hoffnung auf (zukünftig) gemeinsam verbrachte Zeit? …
  • In „Herzens-Sache“ gibt es folgenden Tipp: Verwenden Sie ein Synonym-Wörterbuch. Das mag zwar sinnvoll sein, wenn Ihnen wiederholt die Worte fehlen, doch hier ist dennoch Vorsicht geboten: Ein Synonym sollte wirklich nur dann verwendet werden, wenn es passt. Gerade einen Liebesbrief sollten Sie so schreiben, wie es Ihrer Persönlichkeit entspricht. Sie sollten so schreiben, wie Sie auch sprechen würden, so wie Sie tatsächlich empfinden. Durch die Verwendung von Synonymen rutscht man leicht auf eine andere Stilebene ab – vergleichen Sie mal die beiden (zugegeben unoriginellen) Sätze:

„Diese Rose habe ich heute morgen im Park für dich gepflückt, weil ich doch weiß, wie sehr du Rosen magst.“

„Diese Rose habe ich heute morgen im Park für dich gepflückt, weil ich doch weiß, wie sehr du diese edlen Gewächse magst.“

Sie würden das auch von Angesicht zu Angesicht so formulieren? Dann können Sie das Synonym auch so verwenden – ansonsten: Lieber eine Wiederholung riskieren statt krampfhaft nach Synonymen suchen!

  • Nutzen Sie eine bildhafte Sprache mit möglichst vielen Begriffen, die alle Sinne ansprechen.

  • Die schönsten Worte machen gleich viel weniger Eindruck, wenn die Verpackung nicht stimmt. Deshalb: Bitte achten Sie auch auf den äußeren Eindruck! Nicht jede Handschrift sieht aus wie gemalt, aber sauber und ordentlich (und lesbar!) sollte man immerhin schreiben. Auch ein attraktives (gerne auch dezentes) Briefpapier ist Pflicht. Sollte ein Liebesbrief unbedingt von Hand geschrieben werden? – In der Regel schon. Unter jungen Menschen sind jedoch auch Liebesbotschaften per SMS durchaus „in“ und manch einer freut sich sicherlich auch über eine liebevoll verfasste E-Mail vom Freund oder der Freundin aus der Ferne. (Vorsicht: Lieber doppelt prüfen, ob man auch tatsächlich die korrekte E-Mail-Adresse oder Handynummer eingegeben hat – sonst könnte es zu peinlichen Verwechslungen kommen …)

Tipp: Lassen Sie sich von Liebesgedichten und Liebesbriefen berühmter Menschen inspirieren. Natürlich sollte man weder abschreiben noch kopieren, aber das Lesen fremder Liebesbriefe hilft dabei, eigene Ideen zu finden. An einzelne Zitate aus berühmten Briefen oder Gedichten lässt sich leicht anknüpfen. Sie eignen sich gut als erste Zeile, die man dann mit eigenen Worten fortführen und ergänzen kann.

Fällt Ihnen schon etwas ein?

„Verbrennt diesen Brief, denn er ist höchst gefährlich.“ (Maria Stuart an James Hepburn)

„Ich kann weder essen, noch schlafen, weil ich nur an dich denke, Liebste, ich mag nicht einmal mehr Pudding.“ (Admiral Nelson an Lady Emma Hamilton)

„Erschrecken Sie nicht, daß ich Ihnen einen Brief schreibe und sogar einen Liebesbrief …“ (Gottfried Keller an Luise Rieter)

Mehr zum Thema?

Das Team von FeineReime hat eine Sammlung von Liebesbriefen berühmter Menschen zusammengestellt.

Sie sind kein Romantiker und überschwängliche Gefühle liegen Ihnen eher fern? – Der Dankeschönbrief ist eine tolle Variation des „klassischen“ Liebesbriefes und eignet sich für jeden: Auf originelle Weise „Danke“ sagen

Sprüche und Gedichte rund um die Liebe: Humorvoll, romantisch oder modern

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P.S.: In unserem Online-Shop gibt es eine originelle „Liebeserklärung für die Wand“ – eine liebevolle Geschenkidee für jung und alt, für sie und ihn! Schlicht, aber schön ist auch unser Bestseller „Herzgenau“. Stöbern Sie doch mal im Angebot, vielleicht finden Sie noch mehr, was Ihnen gefällt!

(Text: © M. Steininger, Foto: © Margrith Barille – Pixabay)