Was schenkt man beim Krankenbesuch?

Mit Feingefühl ausgewählt: Geschenkideen für Kranke

Der Krankenbesuch ist mit freudigen Festen und Feiern wie dem Geburtstag oder Weihnachten natürlich nicht zu vergleichen, aber vielleicht gerade deshalb umso wichtiger.

Denn wer sich krank, matt und ausgelaugt, vielleicht sogar deprimiert oder niedergeschlagen fühlt, der hat Freude und Aufmunterung besonders dringend nötig.

Und es braucht einen Schenker mit Feingefühl, der auch zu diesem Anlass das richtige Präsent wählt.

Ob es sich „nur“ um eine kleine Grippe handelt oder um einen längeren Krankenhausaufhalt – die meisten Patienten freuen sich über Zuwendung und Aufmerksamkeit – darüber, dass jemand an sie gedacht hat. Das passende Geschenk soll ausdrücken: „Es ist mir wichtig wie es dir geht. Ich denke an dich.“

Welche Geschenkideen eignen sich also für den Krankenbesuch?

Selbstverständlich hängt es von der gesundheitlichen Verfassung des Patienten ab – was kann er tun? Welche Tätigkeiten und Bewegungen erlaubt ihm seine Verfassung? etc.

Hier sind einige Vorschläge, die leicht angepasst und variiert werden können:

  • Lesestoff: Am besten eignen sich (speziell für bettlägrige Patienten) Bücher, mit denen sich einfach hantieren lässt (z.B. Taschenbücher). Besonders ideal sind Zeitschriften – und hier findet sich eigentlich für jeden Geschmack die passende Wahl. Wenn der Patient aus bestimmten Gründen nicht in der Lage ist, ein Buch oder eine Zeitschrift zu lesen, dann ist auch ein Hörbuch eine schöne Idee. Wer es mit dem Kranken besonders gut meint, der kann Discman oder CD-Player gleich dazuschenken.
  • Klangvolles: Für den CD-Player müssen es natürlich nicht unbedingt Hörbücher sein – auch Musik kann dem Kranken Freude machen. Hier sollte man allerdings den Geschmack des Patienten kennen und außerdem ein bisschen vorsichtig sein: Musik kann starke Gefühle wecken und gerade in belastenden Situationen wie einer Krankheit könnte der Patient mit Gedanken, Bildern und Erinnerungen konfrontiert werden, die er im Augenblick vielleicht nicht gut verkraften kann. Besser geeignet sind für diesen Fall zum Beispiel CDs mit entspannenden Klängen, etwa Naturgeräuschen. Die können dem Körper bei der Genesung sogar ein bisschen helfen und der Seele tun sie auf jeden Fall gut.
  • Rätselhefte: Für alle Patienten, die in der Lage sind und denen es Freude macht, selbst ein bisschen aktiv zu werden, eignen sich Hefte mit gemischten Rätseln. Die gibt es in jedem Schreibwarengeschäft und es findet sich für jeden Geschmack die passende Knobelei. Rätseln macht Spaß und tut auch noch richtig gut! Für ältere Menschen zum Beispiel ist regelmäßiges Gehirntraining ungeheuer wichtig, weil es nicht nur die geistige Fitness trainiert, sondern im Endeffekt auch die körperliche Gesundheit positiv beeinflusst und dadurch sogar lebensverlängernd wirken kann! Sie tun Ihrem Patienten auf diese Weise also etwas richtig Gutes.
  • Spiele: Spielen lenkt ab und entspannt. Das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Wie wäre es für Ihren Patienten z.B. mit einem originellen Geschicklichkeitsspiel, einem Puzzle oder einem sogenannten Solitärspiel, das auch wunderbar alleine gespielt werden kann? Die Auswahl an Spielen ist groß. Den guten alten „Zauberwürfel“ oder die Metall-Knobelei kennen Sie wahrscheinlich noch von früher – hier finden Sie weitere unterhaltsame Spielmöglichkeiten!
  • Kulinarisches: Wenn der Patient keine bestimmte Diät einhalten muss und auch seinen Appetit nicht verloren hat, sind essbare Geschenke – ganz besonders selbstgekocht oder selbstgebacken – eine wunderbare Geschenkidee. Kochen Sie dem Patienten z.B. sein Lieblingsgericht, verwöhnen Sie ihn mit einer besonderen Nascherei oder schenken Sie etwas, das dem Körper neue Kraft und Energie spendet wie Obst, Nüsse oder vitaminreiche Säfte. Ideen und Anregungen zum Thema kulinarische Geschenkideen bieten Ihnen diese beiden Beiträge: Kulinarische Kleinigkeiten mit Pfiff und Liebevolle Geschenkideen aus der Küche.
  • Basteleien: Kranke Kinder, denen es langweilig ist und die ihr Krankenbett noch nicht verlassen dürfen, kann man auch mit kleinen Bastelarbeiten beschäftigen. Wie wäre es z.B. mit einem Set aus Holzperlen zum Auffädeln? Als kreativer Zeitvertreib eignen sich auch Malbücher – und die gibt es übrigens nicht nur für Kinder! Zeichnen, Malen und sogar einfaches „Kritzeln“ tun richtig gut und wirken fast wie eine Art Meditation. Die Amerikanerin Carol Edmonston behauptet, dass kreatives „Kritzeln“ („doodling“) entspannt, Stresssymptome lindert und uns sogar bei der Bewältigung von Krankheiten helfen kann.
  • Glücks- und Schutzsymbole: Denken Sie z.B. an einen besonderen „Glücksstein“, an eine Engelsfigur oder vielleicht sogar an ein Töpfchen mit Glücksklee, wenn der Patient nach einer Reihe von Unfällen und Widrigkeiten dringend mal wieder etwas Glück braucht. Sie drücken mit diesen Geschenken aus, was Sie dem Patienten wünschen: „Dir soll es bald wieder gutgehen. Ich wünsche dir, dass man auf dich aufpasst. Ich wünsche dir, dass du beschützt wirst.“ Manchmal tut es schon eine dekorative Grußkarte mit Engelsfigur und einigen herzlichen persönlichen Zeilen. Mehr zum Thema finden Sie übrigens hier: Liebevolle Geschenkideen rund um den Engel
  • Für Hobby und Freizeit: Wer nicht ernsthaft erkrankt ist, aber vielleicht nach einem Unfall längere Zeit ans Haus gefesselt ist oder gar das Bett hüten muss, der hat plötzlich viel freie Zeit. Warum nicht etwas schenken, das dem Patienten hilft, eben diese neugewonnene Freizeit konstruktiv zu nutzen? Fällt Ihnen vielleicht etwas ein, das der Patient „schon immer mal tun wollte“, wenn er denn nur die Zeit dazu gefunden hätte? Jetzt ist die Gelegenheit da! Schenken Sie doch z.B. der Freundin, die „schon immer mal Italienisch lernen wollte“, einen Sprachkurs für Einsteiger. Oder Ihrer Mutter, die so gerne endlich mal ihre Wohnung renovieren würde, den passenden Ratgeber dazu. Pluspunkt: Sie helfen dem Patienten auf diese Weise nicht nur, „leere“ Zeit sinnvoll zu nutzen, sondern unterstützen ihn außerdem beim Erreichen eines Zieles, auf das er sich freuen kann.Vielleicht beschleunigt diese neue Motivation ja sogar die Genesung!
  • Der Geschenkkorb: Für jede Gelegenheit eine wunderbare Idee, denn einen Geschenkkorb können Sie nach Lust und Laune füllen und gestalten – so wie es Ihnen und vor allem dem Patienten gefällt! Eine Variante ist der „Bedside Basket“, der „Krankenbett“-Korb (Sie können selbstverständlich auch ein anderes Behältnis nutzen), den Sie mit allen nützlichen Kleinigkeiten füllen, die man gerne auf dem Nachttisch bei sich hat, wenn man krank im Bett liegt. Denken Sie z.B. an Taschentücher, Halsbonbons, Lesestoff, einen kleinen Schreibblock, etc. Füllen können Sie einen Geschenkkorb natürlich auch mit vielen leckeren Köstlichkeiten, die dem Patienten dabei helfen sollen, wieder auf die Beine zu kommen – wählen Sie z.B. Obst und Gemüse, vitaminreiche Säfte, Nüsse, … Ein Korb voller Äpfel etwa ist nicht nur dekorativ, die Früchte schmecken auch noch gut, sind vielseitig verwendbar und haben außerdem symbolischen Wert – nicht umsonst gilt der Apfel als ausgesprochen gesund und ein Apfel pro Tag soll ja bekanntlich, wie das englische Sprichwort besagt, „sogar den Arzt fernhalten können“. Jede Menge weiterer Ideen und Anregungen zum Thema Geschenkkorb finden Sie hier: Der Geschenkkorb und wie man ihn variieren kann

Denken Sie daran – oft sind es vor allem die kleinen Gesten, die zählen! Erkundigen Sie sich nach dem Befinden des anderen, zeigen Sie ein bisschen Interesse, fragen Sie nach. (Das geht auch ohne übertriebene Mitleidsbekundungen und das gegenseitige Austauschen von Krankheitsgeschichten.) Lassen Sie die andere Person wissen, dass Ihnen ihr Wohlergehen wichtig ist. Wer krank zuhause im Bett liegt, der fühlt sich oft ziemlich alleine und von der Außenwelt abgeschnitten. Da tut es einfach nur gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die an einen denken. Die einen – auch wenn man vielleicht manchmal das Gefühl hat – nicht einfach „vergessen“ haben.

Schon kleine Aufmerksamkeiten haben deshalb großen Wert: Schicken Sie eine liebevolle Grußkarte mit aufbauenden Worten. Schreiben Sie einen herzlichen Brief. Überraschen Sie den Patienten mit einem kleinen Geschenk – das kann auch „nur“ ein Päckchen Tee, ein selbstgebastelter Schlüsselanhänger mit Glückssymbol, ein Paar selbstgestrickter Socken, eine winzige Engelsfigur oder eine Tafel Schokolade sein. Sie zeigen damit: „Ich denke an dich. Ich wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht!“

Vorsicht:

Ja, es stimmt natürlich: „Lachen ist gesund“ – und humorvolle Geschenke können für einen Patienten auch viel Gutes bewirken. Humor ist jedoch eine sehr individuelle Sache und Sie müssen den Patienten schon gut kennen und einschätzen können, um zu wissen, ob ihre Geschenkidee ihn auch wirklich zum Lachen bringen kann. Hier kann man leider schnell total daneben liegen. Und bedenken Sie: Manchmal ist man gesundheitlich so angeschlagen, dass einem wirklich gar nicht zum Lachen zumute ist. In diesen Fällen ist eine „sanfte“ Form der Aufmunterung eher angesagt.

Wem es gesundheitlich nicht gut geht, dem fehlen manchmal die Zukunftsperspektiven. Vielleicht sind auch bestimmte Dinge, die man bisher gerne und oft getan hat, auf einmal nicht mehr so leicht (oder gar nicht mehr) möglich. Bedenken Sie, dass Ihr Geschenk eventuell wehmütige Erinnerungen beim Patienten oder negative Gedanken in Bezug auf die Zukunft wecken könnte – natürlich, immer lässt  sich das leider nicht vermeiden, so gut man es mit dem Kranken auch meinen mag.

(Text: © M. Steininger, Foto: © Pixabay.de)